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Kleine Geschichte der Karten auf Seide


Die Geschichte der Karten auf Seide ist sehr lang. Archäologische Funde in alten chinesischen Gräbern deuten darauf hin, dass schon im 2. Jahrhundert nach Christus Handelswege auf Seidenstücke gezeichnet worden sind. Im Europa des 18. und 19. Jahrhunderts waren Seidentücher mit Stadtplänen von Badeorten sehr beliebt.

Aber erst der Ausbruch des 2. Weltkrieges beflügelte die Idee von auf Seide gedruckten Karten. Gleich vom Beginn des Krieges an wurden britische Flugzeugbesatzungen mit "survival kits" ausgerüstet, die sie vor der Gefangennnahme bewahren oder ihnen zur Flucht aus dem Gefängnis helfen sollten, falls sie über feindlichem Gebiet abgeschossen würden. Diese Ausrüstungen waren in einem kleinen wasserabstossenden Beutel verpackt und enthielten ein kleines Sägeblatt, Nadel und Faden, Zahlungsmittel, einen Zettel mit Redewendungen, einen Kompass von der Größe eines Daumennagels und - als wichtigstes Ausrüstungsteil - eine seidene Karte.

Es wurde schnell erkannt, dass auf Seide (oder ihre künstlichen Äquivalente, wie z.B. Reyon oder Nylon) gedruckte Karten als Fluchthilfe den konventionellen, auf normalem Papier oder auf mit Leinen verstärktem Papier gedruckten Karten weit überlegen waren. Seidenkarten sind äußerst haltbar, zersetzen sich nicht im Wasser und werden auch bei wiederholtem Falten und Entfalten oder beim Zusammenknüllen nicht beschädigt. Sie können lautlos entfaltet und benutzet werden. Am Wichtigsten ist jedoch, dass sie sich leicht verstecken lassen. Eingenäht in das Futter einer Jacke oder den Saum eines Wäschestückes oder verborgen im Hohlraum eines Stiefels, ist eine Seidenkarte nicht leicht zu finden, zumindest nicht bei einer flüchtigen Durchsuchung.

Für über Europa abgeschossene Piloten waren die Seidenkarten auch sehr nützlich zum Wärmen, während sie in subtropischen Gebieten, wie z.B. in Birma, als Kopf- und Gesichtsschutz vor Moskitoschwärmen sehr geschätzt wurden.

Die Seidenkarten wurden vom MI9 entwickelt, dem für die Flucht und die Verhinderung von Gefangennahme zuständigen Flügel des britischen Geheimdienstes. Die Kartografie wurde von der Kartenfirma Bartholomew hergestellt. Die Firma Waddington plc, bekannt für das Monopoly-Spiel, sorgte mit ihren langjährigen Erfahrungen im Textildruck dafür, dass die Karten mit der benötigten Detailgetreue gedruckt werden konnten. Die Seide wurde für eine lange Haltbarkeit speziell behandelt. Um einen klaren Druck zu erreichen, wurde der Tinte Pektin zugefügt.

Die Karten waren doppelseitig bedruckt und hatten einen festen Saum, um das Ausfransen zu verhindern. Sie waren sehr detailiert und zeigten Städte und Dörfer, Seen und Flüsse, Straßen, Eisenbahnlinien, Gebirgspässe und auch militärische Einrichtungen. Manchmal zeigten sie sogar Meeresströmungen, Sternenkarten und für die nördlichen Regionen die jahreszeitlichen Grenzen der Eisdecke.

Angeregt durch den Erfolg der britischen Karten übernahmen die Amerikaner 1942 diese Idee. Fluchtkarten wurden zur Standardausstattung aller Piloten der amerikanischen Luftwaffe.

Während des 2. Weltkrieges sind mehrere hunderttausend Seidenkarten hergestellt worden, und es wird geschätzt, dass von den 35.000 alliierten Piloten, denen es gelungen ist, durch die feindlichen Linien zu entkommen, mehr als die Hälfte eine Seidenkarte benutzt haben. Viele dieser Seidenkarten haben überlebt und sind jetzt begehrte Sammlerstücke.

Seidenkarten sind auch in der Ära des Kalten Krieges hergestellt worden. 1991 wurden sie von Piloten im Golfkrieg benutzt. Es zeigt sich also, dass trotz der Fortschritte der Kriegstechnik die Seidenkarten noch eine wichtige Rolle spielen.


 

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